
Mental Health Awareness
Eine Zeitenwende in der Arbeitswelt. Erschöpft. Fast jeder zweite Europäer litt in den letzten 12 Monaten unter einem mentalen oder psychischen Problem (weltweit ist es jeder Zehnte). Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen haben seit der Corona-Pandemie 2020 enorm zugenommen und sind heute – nach Atemwegserkrankungen – in vielen Ländern die neue Nummer Zwei der Volkskrankheiten. Fehlzeiten […]
Eine Zeitenwende in der Arbeitswelt.
Erschöpft. Fast jeder zweite Europäer litt in den letzten 12 Monaten unter einem mentalen oder psychischen Problem (weltweit ist es jeder Zehnte). Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen haben seit der Corona-Pandemie 2020 enorm zugenommen und sind heute – nach Atemwegserkrankungen – in vielen Ländern die neue Nummer Zwei der Volkskrankheiten. Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen sind dauern lange und sind teuer. Die Folgen der Pandemie haben in der Arbeitswelt zu einer Zeitenwende geführt. Mehr als jeder Dritte leidet laut Umfragen an Zukunftsangst angesichts der Krisen wie Krieg, Klimawandel und sozialer Polarisierung. Die Europäische Kommission schätzt die Kosten von Arbeitsausfällen durch psychische Erkrankungen auf rund 600 Milliarden Euro pro Jahr.
Frauen und Jüngere als Spitze der Bewegung
Künstliche Intelligenz und Digitalisierung und neue Arbeitsmodelle wie hybrides Arbeiten verunsichern Führungs- und Arbeitskräfte. Besonders Frauen und Jüngere zwischen 18 und 25 Jahren sind betroffen und sorgen dafür, dass Bewusstsein und Akzeptanz für mentale Gesundheit steigen und die gesellschaftliche Stigmatisierung psychischer Erkrankungen zurückgeht. Das Zukunftsinstitut spricht von einem neuen Trend: „Mental Health Awareness“. In ihrem Fokus stehen Prävention, wertschätzende Führung und Bildung. Die gute Nachricht: Unternehmen, die auf Prävention durch Kommunikation und Wertschätzung setzen, können die Belastung ihrer Belegschaft deutlich reduzieren. Wichtige Faktoren sind Handlungs- und Entscheidungsspielräume, ein wertschätzendes Miteinander, eine offene Kommunikation von Konflikten, Work-Life-Balance, und Weiterbildung bzw. Unterstützungsangebote.
Prävention, Führung und Bildung
Mentale Gesundheit ist nicht nur ein Thema für Unternehmen, sondern auch für Kitas und Schulen und ärztliche Ausbildung. Psychische Symptome sind oft eng mit Krankheitsverläufen verbunden. Digitale Technologien und Tools können Unterstützungsangebote und Gesundheitsdienste einer breiten Bevölkerung zugänglich machen. Prognosen zufolge wird allein der Markt für Mental Health Apps sich in den kommenden Jahren auf fast 15 Milliarden US-Dollar verdreifachen. Besonders dynamisch wächst der Markt für psychische und Verhaltensgesundheit mit einem Umsatzwachstum von fast 25 Prozent im Jahr. Profitieren werden neben Psychotherapeuten und Einrichtungen vor allem kreative Unternehmen, die auf Prävention und Kommunikation setzen. Mental Health braucht mehr Awareness. Es geht um einen „Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft leisten kann“. Machen wir die WHO-Definition zum Kanon aller Gesundheitsprogramme!